Neubau einer katholischen Grundschule in Bremerhaven Grazer Straße, Bremerhaven
Wettbewerb 2009 – 1. Preis Fertigstellung 2011 BGF 3.900 m²
Mit der Positionierung des Neubaus im Nordwesten des Schulgeländes wird eine Jahrzehnte alte Lücke im Straßenraum geschlossen. Dabei entstehen zwei gut überschaubare und gut belichtete Außenräume als Pausenhöfe. Um die begrenzten Freiflächenressourcen des innerstädtischen Standortes so wenig wie möglich zu beanspruchen und den angestrebten Niedrigenergiestandard zu erreichen, haben wir ein dreigeschossiges, sehr kompaktes Schulgebäude vorgeschlagen. Das Gebäudevolumen knickt an den beiden Längsseiten leicht ein, um den Blick auf die Marienkirche freizugeben. Mit einer rot-bunten Klinker-Fassade fügt sich der Neubau unprätentiös in seine Umgebung ein. Klinker vermittelt dabei als natürlicher, authentischer Baustoff eine hohe Wertigkeit. Im Zusammenspiel mit versetzt angeordneten Fensterbändern und darin verteilten Rahmen - den sog. Guckkästen - entsteht ein lebendiges und freundliches Fassadenbild. Schräg angeschnittene Kegelkörper auf dem Dach dienen als Oberlichter, die das Gebäudeinnere belichten.
Ein hohes Maß an natürlicher Belichtung, attraktive Aufenthaltsflächen, spannende Raumfolgen und klare Orientierung im Gebäude sind die architektonische Antwort auf die vom Schulträger verfolgten individualisierten und kooperativen Lernkonzepte. Neben den Klassenräumen werden große, flexibel aufteilbare Selbstlernzentren und ein Raum der Stille angeboten. Die Ganztagsschule braucht einen attraktiven Lebensraum für Schüler und Lehrer, ein Haus mit hoher Aufenthaltsqualität und Identifikationspotential.
Das Haus verfügt über ein sehr günstiges A/V-Verhältnis. Die Gebäudehülle weist einen durchgängig guten Wärmedämmwert auf. Damit wird der Heizenergiebedarf deutlich gesenkt. Ein Niedertemperatur-Flächenheizsystem, unterstützt durch eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit effizienter Wärmerückgewinnung, vermeidet unnötige Lüftungswärmeverluste und bietet sich in Schulen auch deshalb an, weil damit eine gleichbleibend hohe Luftqualität gewährleistet wird.